Wenn sich Tausende von Mopeds durch die engen Strassen einer Altstadt draengen, dann ist von Hanoi die Rede. Wie in keiner anderen Stadt, sieht man hier an fast jeder Strassenecke ein Tourist, welcher mit Hilfe von Stadtplaenen versucht, sich in dem grossen Dschungel zurechtzufinden. Hanoi ist schrill, turbulent und ohrenbetauebend. Die groesste Attraktion sind nicht die einzelnen Sehenswuerdigkeiten, sondern die historische Altstadt. Einerseits wird in vielen Strassen das alte Handwerk noch immer ausgeuebt, doch wird zusehends von industrieller Massenware, Plastik und Elektronik verdraengt. Mit ausgiebigen "Spaziergaengen" schlenderte ich durch die spannenden Gassen. Erwaehnenswert auch die Architektur, respektiv der Grundriss eines Altstadthauses. Hinter den so klein wirkenden Fassaden tun sich Welten auf. Um moeglichst vielen Familien eine nutzbringende Strassenfront zu verschaffen, sind die Haeuser extrem schmal (in der Regel 5-6 Meter), besitzen dafuer aber umso mehr Tiefe (bis zu 60 oder 80 Meter). An das Strassengeschaeft schliesst sich das Lager oder Werkstatt an. Dahinter sind die Kueche, Schlafraeume und Bad. Innenhoefe und Korridore fuehren Licht und Luft zu. Werden aber auch als Anlage fuer Zucht von Tieren und Gartenbeeten verwendet. In der oberen Etage befinden sich weitere Schlafraueme.Die von Abgasen verpestete Luft in Hanoi verdraengte mich mit dem Nachtzug 340km noerdlich nach Lao Cai und mit Bus nach Sa Pa. 1903 entdeckten die franzoesischen Kolonialherren den 1600m hoch gelegenen Ort unweit der chinesischen Grenze als idealen Kur-und Erholungsort. Auch 100Jahre spaeter hat der Ort seine Reize nicht verloren. Morgen frueh schon kommen die Hmong-Voelker zu Fuss von den umliegenden Doerfern in den Ort um ihre Sachen auf dem Markt zu verkaufen. Abends wird man oft von den in schwarz gekleideten Frauen mit folgenden Worten angesprochen; "Marihuana Opium smoking". Anscheinend noch immer ein willkommener Nebenverdienst, denn schon dazumal wurden die Hmong-Voelker von der CIA angeworben, um die US-Truppen mit Opium zu versorgen.
Wieder einmal mehr wollte ich mich nicht den dutzenden Guides und Gruppen anschliessen, anstelle von dessen mietete ich mier ein Moped, besuchte einige Doerfer und fuhr entlang von unzaehligen Reisterassen. SaPa ist der kaelteste Ort von Vietnam, so blieben meine Shorts tief im Rucksack und der Ort war leider die ganze Zeit umhuelt von zum Teil dickem Nebel.
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